Metzger: „Tele wird sein Angebot um den riesengroßen Teil des nicht-linearen Fernsehens erweitern.“

Hans Metzger, Geschäftsführer von Tele, im gemeinsamen Interview:

Viele Menschen in der Branche kennen Dich als Andy, obwohl Du Hans heißt. Woher kommt der „Andy“ eigentlich?

Metzger: Eine sehr persönliche Frage, die ich nur einem guten Freund wie Dir, Bernd, hier vor Publikum beantworte. Aber im Ernst: Versuch mal, einem Kind, das zu sprechen beginnt, „Hans“ oder „Hansi“ zu entlocken. Da kommt automatisch etwas wie „Andi“ heraus. Das hat meinen Eltern offenbar gefallen, und mir später auch, bis heute…

 

tele.at hat sich im Jahresvergleich Jänner bis Dezember 2016 eindrucksvoll entwickelt: Ihr seid bei 170.000 Unique Clients gestartet und mit 390.000 ins Ziel gelaufen. Woher kam das Wachstum?

Metzger: Abgesehen davon, dass hier Web- und Web+Mobile- Zahlen vermengt werden: Wir machen ganz konsequent unser Ding. Und das ist die Beschäftigung mit TV-Inhalten. TV ist nach wie vor Österreichers liebste Freizeitbeschäftigung, und eine Guideline durch die unerschöpfliche Programmvielfalt ist wichtiger denn je.

 

Gibt es digitale Angebote, die Ihr aus Sicht von tele.at als unmittelbare Konkurrenz empfindet?

Metzger: Natürlich haben alle Sendergruppen, vom ORF bis zu Pro7Sat1Puls4 erstklassige Angebote für ihre Inhalte, aber eben nur für ihre eigenen. Eine österreichische Übersicht über den Markt bieten nicht viele, drei, um genau zu sein. Also keine große Konkurrenz…

 

Was macht tele.at für Dich zum einzigartigen Angebot in Österreich?

Metzger: Einzigartig ist ein großes Wort, das auch immer ein Stück Überheblichkeit im Gepäck hat. Ich glaube nicht, dass wir einzigartig sind. Wir nehmen aber unsere User so ernst wie die Leser. Die erwarten beste Übersicht und beste Auswahl und Rezension. Und das versuchen wir seit 30 Jahren zu bieten.

 

These: TV-Guides müssen durch das Aufkommen von Streamingdiensten ihre Existenz neu berechtigen. Richtig oder falsch?

Metzger: Falsch. Die Berechtigung bleibt, so wie lineares Fernsehen bleibt. Streaming und On Demand muss nur gleichwertig zum linearen Fernsehen abgebildet werden.

 

Wie lautet für Euch die Konsequenz daraus?

Metzger: Genau das: tele wird sein Angebot um den riesengroßen Teil des nicht-linearen Fernsehens erweitern und das mit derselben Akribie und Liebe zum Detail wie bisher. Das inhaltliche Angebot wird also quasi verdoppelt. Hier lineares TV, dort On Demand TV. Der neue Bereich ist natürlich noch viel fordernder und aktueller.

 

Wenn wir auf die digitale Werbung blicken: Instream wird ein immer größerer Umsatzbringer. Habt Ihr dafür ein Angebot an die werbetreibende Wirtschaft?

Metzger: tele hat sich immer bemüht, bei technischen Innovationen in der digitalen Werbung vorne mit dabei zu sein. Die Klassiker sind Pre-Rolls, Mid-Rolls, Post- Rolls, außerdem alles, was es an Bewegtbild-Werbung gibt – das ist bei uns besonders gut aufgehoben!

 

Wenn Du den internationalen Markt digitaler TV-Guides betrachtest, welche findest Du besonders gelungen?

Metzger: Interessanterweise gibt es quartalsweise neue Marktführer, die gerade irgendetwas besonders gut machen. TV Spielfilm ist im deutschen Markt aber ein echter dauerhafter Benchmark.

 

Entwickelt Ihr selbst oder arbeitet Ihr mit Agenturen zusammen?

Metzger: Beides. Wir haben eine sehr gute, kleine Mannschaft im Haus, die mit externen Partnern wie Proofit in Berlin kongenial zusammenarbeitet und bei Website und Apps vieles schnell und effektiv realisiert.

 

Plant Ihr neue Features oder Contents, die in den nächsten Monaten sichtbar werden?

Metzger: On Demand als gleichwertiges zweites Standbein geht in den nächsten Wochen live. Der logische nächste Schritt ist Kino. Bis Anfang/Mitte 2018 wollen wir diese drei Säulen des Bewegtbild-Bereichs abgedeckt haben: Lineares TV, Nicht-lineares TV, Kino. Auch Live-TV ist ein Thema, allerdings gibt es da massive Rechteprobleme und technische ebenso. Aber es wird kommen. Wir sind dran!

 

Zur Person Hans Metzger

Hans Metzger ist Medienarbeiter seit 35 Jahren und beschäftigt sich seit 20 Jahren auch mit den damals „neuen Medien“, bleibt aber im Herzen Verleger und ein Fan der analogen Welt. Seit 2007 ist er Geschäftsführer von tele, dem größten österreichischen Fernsehmagazin, mit Ausgaben in Print, Web und als App.