Native Advertising galt lange als das Stiefkind der digitalen Werbung: günstig, klickstark, aber oberflächlich. Footer‑Widgets, Clickbait‑Teaser, Performance‑Kampagnen im unteren Funnel – so prägte sich das Bild eines Formats, das zwar Reichweite lieferte, aber wenig Markenwert erzeugte.
Doch diese Sicht ist überholt. Moderne Native‑Formate haben sich zu einem hochwertigen, strategischen Full‑Funnel‑Werkzeug entwickelt, das Marken entlang der gesamten Customer Journey begleitet – von Awareness über Mid‑Funnel‑Überzeugung bis hin zur Conversion. Genau das zeigt der aktuelle ADZINE‑Artikel eindrucksvoll.
1. Der Ursprung: Native als Antwort auf Bannerblindheit
Native Advertising entstand ursprünglich nicht als Performance‑Maschine, sondern als Qualitätsformat, das sich dem redaktionellen Umfeld anpasst und Nutzer:innen nicht stört, sondern abholt.
Die Idee:
- Inhalte statt Ablenkung
- Kontext statt Störung
- Relevanz statt Lautstärke
Eine wissenschaftliche Eye‑Tracking‑Studie (De Keyzer, Dens & De Pelsmacker, 2021) bestätigt: Native Ads erzeugen mehr und längere visuelle Aufmerksamkeit als klassische Banner – mit höheren Fixationszahlen, längerer Fixierungsdauer und längerer Besuchszeit.
2. Der Wandel: Von Clickbait zu Vertrauen
Moderne Native‑Kampagnen sind heute:
- programmatisch buchbar
- cookieless targetbar
- hochwertig produziert
- präzise aussteuerbar
In journalistisch kuratierten Umfeldern können Native Ads alle Funnel‑Phasen bedienen – und zwar glaubwürdig und ohne Werbedruck.
Das Erfolgsrezept:
- hochwertige Teaser
- vertrauenswürdige Platzierungen
- redaktionelle Einbettung
- Storytelling statt Störung
Native wird damit zum Vertrauenstreiber, nicht zum Klickgenerator.
3. Der unterschätzte Mid‑Funnel: Wo Native seine wahre Stärke zeigt
Der Artikel betont besonders die Bedeutung des Mid‑Funnels – und warum Marken hier oft scheitern.
Im Mid‑Funnel geht es um:
- Überzeugung
- Relevanz
- Vertrauen
- Informationsvermittlung
- Abbau von Bedenken
- Genau hier glänzt Native:
- erzählender Content
- beratende Inhalte
- unaufdringliche Platzierung
- semantisch passende Umfelder
Studien von Dept, Harvard Business Review und Forrester zeigen: Unternehmen, die den Mid‑Funnel vernachlässigen, verlieren bis zu 60 % potenzieller Verkäufe.
4. Semantisches Targeting statt Retargeting
Moderne Native‑Netzwerke setzen auf semantische Relevanz statt auf reine Retargeting‑Logik. Das bedeutet: Nicht wer gesucht hat, zählt – sondern was interessiert.Damit kehrt Native zu seinem Ursprung zurück: Inhalte dort platzieren, wo sie Sinn ergeben.
5. Die Herausforderung: Wildwuchs in der Kreation
Ein großes Hindernis bleibt: fehlende Standards. Weder IAB noch BVDW haben einheitliche Vorgaben für:
- Bildgrößen
- Textlängen
- Call‑to‑Actions
Jeder Publisher kocht sein eigenes Süppchen – mit Folgen für:
- Effizienz
- Skalierbarkeit
- Vergleichbarkeit
- Automatisierung
Eine Harmonisierung würde Native operativ und kreativ deutlich stärken.
6. Die Zukunft: Orchestriertes Storytelling statt Klick‑Routine
Native Advertising ist heute ein flexibles, intelligentes Format, das Marken entlang der gesamten Customer Journey begleitet.
Der Schlüssel:
- konsistente Tonalität
- hochwertige Kreation
- datengetriebene Aussteuerung
- orchestrierte Inhalte über alle Funnel‑Phasen hinweg
Native kann:
- informieren
- inspirieren
- aktivieren
Aber nur, wenn Inhalt, Umfeld und Aussteuerung zusammenspielen.
Fazit: Native Advertising ist erwachsen geworden
Der ADZINE‑Artikel zeigt klar: Native Advertising ist kein Footer‑Widget mehr – es ist ein strategisches Full‑Funnel‑Instrument, das Marken sichtbar, spürbar und vertrauenswürdig macht.
Wer Native ganzheitlich denkt, gewinnt:
- Aufmerksamkeit
- Vertrauen
- Relevanz
- Performance
Wer es weiterhin als Klickmaschine behandelt, verschenkt enormes Potenzial.



