Roblox-Nutzer zwischen 14 und 18 Jahren verbringen täglich 2,5 Stunden auf der Plattform – mehr als doppelt so lang wie auf TikTok (76 Minuten) oder YouTube (86 Minuten). Täglich sind es 111 Millionen Nutzer in dieser Altersgruppe allein. Wer diese Zielgruppe mit Bandenwerbung und TV-Spots erreichen will, trifft sie dort, wo sie immer seltener sitzt.
Das ist die strukturelle Lücke im klassischen Sportmarketing: Sichtbarkeit entsteht im Event-Moment – danach verschwindet die Marke aus dem Blickfeld. Gaming-Plattformen funktionieren anders. Nutzer kehren täglich zurück, verweilen mehrere Minuten pro Session und bauen über Zeit eine Bindung zur Umgebung auf – und zu den Marken, die Teil davon werden.
Präsenz im Gameplay schlägt Präsenz auf der Bande
Borussia Dortmund hat seine neuen Trikots nicht zuerst im Stadion präsentiert, sondern im Roblox-Spiel FIFA Super Soccer. Fans traten dort selbst im BVB-Dress an, erfüllten Quests und erhielten In-Game-Belohnungen. Das Trikot war nicht dekorativ – es war funktionaler Teil des Gameplays.
Die Bundesliga ging einen Schritt weiter und baute einen eigenen Erlebnisraum auf Roblox: Freistoß-Simulator, Hindernisparcours, Avatar-Individualisierung, Partnerintegration. Das Ergebnis waren Millionen Besuche und eine Verweildauer, die kein TV-Spot je erreicht.
Beim FIFA Club World Cup 2025 liefen Teams, Turnierstruktur und Sponsoren parallel in einer Roblox-Experience. Nutzer spielten Matches, verfolgten Turnierstände und verbrachten über Wochen Zeit mit dem Event – messbarer Einfluss auf das Interesse an der realen Übertragung inklusive.
Was der Unterschied ist
Klassische Werbung ist passiv. Gaming ist aktiv. Wer auf Roblox oder Fortnite präsent ist, bewegt sich innerhalb eines Systems, das die Community bestimmt – nicht der Absender. Das verändert, was eine Marke tun muss: nicht senden, sondern teilnehmen.
Das bedeutet auch: Copy-paste aus dem TV funktioniert nicht. Wer Gaming-Welten mit Stadion-Logik bespielt, verliert. Die Plattformen haben eigene Konventionen, eigene Erwartungen, eigene Währungen (buchstäblich). Marken, die das ignorieren, werden ignoriert.
Was das für Sportmarketing grundsätzlich bedeutet
Großereignisse bleiben relevante Momente – aber keine ausreichenden. Ein erheblicher Teil der Zielgruppe verfolgt Turniere und Ligen fragmentiert: einzelne Spiele, Highlights, Clips. Zwischen den Spielen sind sie woanders – auf Plattformen, die keine Übertragungsrechte haben, aber deutlich mehr Tageszeit bekommen.
Wer diese Phasen nicht bespielt, baut keine Markenbeziehung. Wer ausschließlich auf den Event-Moment setzt, verschenkt den Rest des Jahres.
Zusammengefasst
Klassisches Sportsponsoring erzeugt Sichtbarkeit im Event-Moment, danach endet die Aufmerksamkeit. Gaming-Plattformen wie Roblox und Fortnite bieten täglich mehrere Stunden aktive Nutzung – bei genau den Zielgruppen, die TV-Sponsoring immer seltener erreicht. BVB, Bundesliga und der FIFA Club World Cup zeigen, dass die Integration in Gameplay funktioniert.
Roblox-Nutzer (14–18) verbringen täglich 2,5 Stunden auf der Plattform – mehr als auf TikTok und YouTube zusammen.
Markenpräsenz im Gameplay erzeugt Verweildauer und Wiederkehrer; TV-Spots erzeugen Sekunden.
Für Sportmarketing gilt: Event-Aktivierung plus kontinuierliche Gaming-Präsenz – nicht entweder/oder.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.
Quelle: Alexander Albrecht, „Wenn Sponsoring nicht mehr reicht“, Horizont, 26. Juni 2026



