Werbung an Kinder unter 14 Jahren – Recht, Verantwortung & Best Practices. Ein Leitfaden für Mediaplaner:innen, Marken & Agenturen in Österreich und der EU und welche gesicherten Lösungen Purpur Media in seinem Gaming 360 Portfolio unter PUR KIDS bereithält.
Kinderwerbung ist in Österreich und der EU nicht grundsätzlich verboten, aber streng reguliert. Marken und Agenturen müssen drei Ebenen gleichzeitig beachten.
Österreichisches & EU‑Recht
- Verbot von Kaufaufforderungen an Kinder unter 14
- Verbot irreführender oder manipulativer Praktiken
- Strenge Vorgaben für audiovisuelle Medien & Online‑Werbung
Internationale Datenschutzstandards (COPPA)
- Verbot von Tracking & personalisierter Werbung an Kinder unter 13
- Pflicht zur elterlichen Zustimmung bei Datenerhebung
Branchen‑Selbstregulierung (EU Pledge)
- Keine Werbung für ungesunde Produkte an Kinder
- Keine Influencer, Cartoons oder Targeting, das Kinder anspricht
- Keine Werbung in Medien mit >30 % Kinderanteil
Für Mediaplanung bedeutet das, dass Kinderwerbung ist möglich – aber nur verantwortungsvoll, transparent und ohne manipulative oder datengetriebene Mechanismen.
1. Rechtlicher Rahmen in Österreich & der EU
1.1. Kinderwerbung ist erlaubt – aber streng limitiert
Österreichisches Recht (UWG, Mediengesetz, AMD-G) erlaubt Kinderwerbung grundsätzlich. ABER: Die Grenze liegt dort, wo Kinder überfordert, manipuliert oder zum Kauf gedrängt werden.
Verboten sind insbesondere:
- Direkte Kaufaufforderungen an Kinder unter 14
(„Kauf das!“, „Hol dir jetzt…“, „Frag deine Eltern…“)
- Irreführende Versprechen
(z. B. unrealistische Leistungssteigerungen, soziale Drucksituationen)
- Ausnutzung der Unerfahrenheit
Kinder können Werbung nicht wie Erwachsene einordnen.
- Verschleierung von Kosten
(In‑App‑Käufe, Lootboxen, Abos)
Warum diese Regeln existieren
Kinder können Werbung nicht vollständig kritisch reflektieren. Eltern wären gezwungen, „Fehlvorstellungen“ zu korrigieren – ein unzumutbarer Aufwand. Daher schützt das Gesetz sowohl Kinder als auch Eltern.
2. Datenschutz & Tracking: COPPA‑Compliance
COPPA (Children’s Online Privacy Protection Act) ist ein US‑Gesetz, das weltweit relevant wird, sobald digitale Angebote Kinder in den USA erreichen.
2.1. Kernelemente von COPPA
- Keine Datenerhebung ohne elterliche Zustimmung
(Name, IP‑Adresse, Cookies, Geräte‑IDs, Standort, Chat‑Daten, Bilder etc.)
- Keine personalisierte Werbung an Kinder unter 13
→ Behavioral Targeting ist verboten.
- Transparente Datenschutzerklärung speziell für Kinderangebote
- Recht der Eltern auf Löschung & Widerruf
- Minimierungsprinzip: nur notwendige Daten dürfen erhoben werden
2.2. Warum COPPA für österreichische Marken relevant ist
- Apps, Games, YouTube‑Kanäle, Social‑Ads haben globale Reichweite
- Plattformen wie YouTube, Meta, TikTok setzen COPPA‑Regeln weltweit um
- Verstöße können zu hohen Strafen führen (bis zu 42.000 USD pro Fall)
Fazit: Wer Kinder erreicht, muss COPPA‑konform agieren – auch ohne US‑Standort.
3. Branchenstandard: Der EU Pledge
Der EU Pledge ist eine freiwillige Selbstverpflichtung führender Marken (Nestlé, Coca‑Cola, Unilever, Ferrero, Mars u. a.), die über gesetzliche Anforderungen hinausgeht.
3.1. Zentrale Regeln des EU Pledge
- Keine Werbung an Kinder unter 13 für Produkte, die nicht ernährungsphysiologisch geeignet sind
- Keine Werbung in Medien, deren Publikum zu >30 % aus Kindern besteht
- Keine Influencer, die primär Kinder ansprechen
- Keine Nutzung von Cartoons, Lizenzfiguren oder Kinderhelden
(Ausnahme: gesunde Produkte)
- Keine personalisierte Werbung an Kinder
3.2. Bedeutung für Österreich
Der Österreichische Werberat orientiert sich zunehmend an diesen Standards. Für Marken entsteht ein de‑facto Branchenstandard, der über das Gesetz hinausgeht.
4. Was bedeutet das für Mediaplanung & Kampagnenentwicklung?
4.1. Media‑Planung: Was ist erlaubt?
✔ Familienkommunikation („für die ganze Familie“)
✔ Sponsoring (Sport, Kultur, Events) ohne Kaufdruck
✔ Produktinformationen ohne manipulative Elemente
✔ Werbung, die sich primär an Eltern richtet
✔ Inhalte, die spielerisch, aber nicht irreführend sind
4.2. Media‑Planung: Was ist verboten?
✘ Targeting von Kindern unter 14 mit Kaufaufforderungen
✘ Behavioral Advertising an Kinder unter 13 (COPPA)
✘ Platzierung in Kinderumfeldern ohne Prüfung der Zielgruppenstruktur (wenn EU Pledge)
✘ Influencer‑Kooperationen mit Creators, deren Audience überwiegend <14 ist
✘ Nutzung von Kinderhelden, Cartoons oder Gamification zur Kaufmotivation
5. Handlungsempfehlungen für Marken & Agenturen
5.1. Strategische Empfehlungen
- Zielgruppen‑Audit: Ist die Werbung wirklich für Kinder – oder für Eltern?
- Creative‑Check: Keine Imperative, kein Druck, keine Übertreibungen.
- Media‑Check: Keine Umfelder mit hohem Kinderanteil ohne Prüfung (wenn EU Pledge) .
- Influencer‑Check: Audience‑Demografie prüfen (z. B. über Creator‑Tools).
- Datenschutz‑Check: Kein Tracking, keine Cookies, keine IDs bei Kinderreichweite.
EU‑Pledge‑Alignment: Auch wenn freiwillig – reputationsstark und risikoarm.
5.2. Operative Checkliste
- Ist die Botschaft informativ statt verkaufsorientiert?
- Wird keine Kaufaufforderung ausgesprochen?
- Wird kein Tracking eingesetzt?
- Ist die Zielgruppe klar definiert (Kinder vs. Eltern)?
- Sind Creatives frei von Druck, Übertreibung oder Manipulation?
- Sind alle Datenflüsse dokumentiert und COPPA‑konform?
- Entspricht die Kampagne EU‑Pledge‑Standards? (wenn Kunder Teil der EU Pledge)
Verantwortung ist der neue Wettbewerbsvorteil.
Kinderwerbung ist ein sensibles Feld – rechtlich, ethisch und reputationsbezogen. Marken, die hier transparent, verantwortungsvoll und regelkonform agieren, gewinnen:
- Vertrauen von Eltern
- Glaubwürdigkeit im Markt
- Sicherheit gegenüber Regulatoren
- Vorteile in der Markenführung
Für Mediaplaner:innen bedeutet das: Sorgfalt schlägt Reichweite. Qualität schlägt kurzfristige KPIs.
PUR KIDS & TEENS BRANDSAFE
– die Lösungen die PURPUR MEDIA in seinem GAMING 360 Portfolio für Euch parat hat. Zu den gesetzlich vorgeschriebenen Einschränkungen kommen noch entsprechende Umfeldchecks mit dazu (wir spielen die Spiele, und überprüfen Sie auf den Audience fit – damit ihr das nicht tun müsst).
Wir arbeiten dabei mit 80+ kontextuelle Targeting Kategorien, um sicherzustellen dass Eure Ads nur in Spielen erscheinen die auch von Eurer Zielgruppe auch gespielt werden. Außerdem gibt es über 10+ Flags zum Thema Brand Fit (z.B. Body Image, Waffenkategorisierung).
Davor liegen aber auch schon Massnahmen die Sicherstellen dass Spass und Sicherheit Hand in Hand gehen wie zB.: die Beratung von Entwicklern in Richtung sicherer Umfelder. Die Beratung von Entwicklern in Hinblick auf PositivePlay – ohne manipulative Mechaniken, natürlichen Pausen und der Möglichkeit zum Abspeichern von Spielfortschritten. Last but not least auch die entsprechende rechtliche Beratung von Spielentwicklern in Hinblick auf Kids&Teens.
Gleichzeitig werden auch die Kampagnen (Werbetreibender, Werbemittel) vorab genau überprüft und fallbasiert freigegeben. Advertiser, Werbemittel.
Roblox & Minecraft
Reichweite (AT – geschätzt)
- U13: ROBLOX ca. 254.000 User,
- Ü13 (bis 18): ROBLOX ca. 193.000 User
- MINECRAFT 200.000 User bis 18 (Schätzung 200.000)
(Keine exakten Zahlen, Hochrechnung basierend auf DE-Daten bzw. globalen Daten)
Formate
- Billboard Static:
- Billboard Video (15”)
- Rewarded Video (nur Ü13)
- Portal Ads: (Cost per Play)
Custom Integrations – Einschränkungen
- gesetzliche Vorgaben
- Keine Kunden mit EU Pledge
- Kein Food & Beverage
- Keine Finanzprodukte
- Keine Inhalte ab 12/13+ (z. B. FSK12)
- Keine Kosmetik
- Generell strenge Content-Regeln
ROBLOX SAFETY WETTE – der Umgang mit U13 als Wettbewerbsvorteil
Roblox positioniert sich zunehmend als führende Plattform für unter 13‑Jährige, indem das Unternehmen – im Gegensatz zu TikTok, YouTube oder Fortnite – offen anerkennt, dass Kinder unter 13 online sind und aktiv für sie baut. Während andere Plattformen offiziell behaupten, keine U13‑User zu bedienen, obwohl sie es faktisch tun, benennt Roblox diese Realität klar: Das Unternehmen beschreibt sich selbst als „largest dedicated gaming platform for users aged 13 and under“ .
Roblox hat seine Sicherheitsarchitektur radikal ausgebaut:
- Einführung altersgetrennter Plattformbereiche wie Roblox Kids (5–8) und Roblox Select (9–15)
- Strengere Chat‑Regeln: nur noch altersverifizierte, altersgematchte Kommunikation
- Pflicht zur Entwickler‑Verifizierung für Inhalte, die U16‑User erreichen sollen
- Umstellung auf IARC‑Ratings (PEGI, ESRB, USK) für bessere Elternorientierung
- Massive KI‑Moderation: über 4 Milliarden Textnachrichten pro Tag werden geprüft
- Das Grooming‑Erkennungssystem Sentinel wurde sogar open‑sourced und meldete 1.200 Fälle potenzieller Ausbeutung allein im ersten Halbjahr 2025 .
Roblox hat damit eine Sicherheits-Infrastruktur aufgebaut, die kein anderer großer Player besitzt – und dass diese Sicherheitsstrategie zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil („Moat“) wird. Während andere Plattformen versuchen, U13Nutzung zu verschleiern, baut Roblox aktiv Systeme, die Regulatoren, Marken und Eltern überzeugen.
Trotz kurzfristiger Wachstumsbremsen – etwa sinkender DAUs durch strengere Sicherheitsmaßnahmen – sieht der Artikel darin ein Zeichen echter, langfristiger Investitionen in Sicherheit.
Roblox zeigt, dass ehrliche Anerkennung der U13‑Realität + robuste Sicherheitsarchitektur nicht nur regulatorisch notwendig, sondern auch ein strategischer Vorteil ist. Für Marken bedeutet das: Roblox wird zu einer der planbarsten und sichersten Plattformen für U13‑Zielgruppen.



